So macht Fussball in Hamburg wieder Spaß
  Totgesagte leben bekanntlich länger, aber was gestern in der Arena des HSV in Hamburg stattfand, war einfach nur Wahnsinn. Eine Wochen nachdem der Hamburger SV gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Braunschweig mit 2:4 untergegangen war, gab niemand auch nur einen Pfifferling auf das Team von Neutrainer Mirko Slomka. Zu übermächtig schien Champions League Teilnehmer Borussia Dortmund.

Doch es kam ganz anders: Der Underdog erteilte den Borussen eine Lehrstunde in Sachen Kampfgeist, siegte 3:0 und holte drei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Die Aufholjagd hat begonnen

Ganz alleine sein Eintrittsgeld wert war gestern Hakan Calhanoglu. Sein direkt verwandelter Freistoß zum 3:0 in der Nachspielzeit ließ alle im Stadion mit der Zunge schnalzen: der Treffer fiel aus fast 40 Meter Entfernung. Und die Dortmunder? Sie spielten planlos und fanden gegen das HSV Ensemble kein Mittel. Und wenn dann doch mal ein Schuß aufs Tor kam, war da ja noch ein überragender René Adler, der seine Fehler aus dem Braunschweig Spiel allesamt heute wieder gutmachte.

Doch das war nur der Anfang. Am nächsten Wochenende geht es für Hamburg nach Bremen zum Nord-Derby und dann geht es in fünf aufeinanderfolgenden Partien gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt. Drei dieser fünf Sechs-Punkte-Spiele finden zu Hause in der Imtech Arena statt und auch Sie können mit HSV Tickets dabei sein, wenn der HSV die nächsten wichtigen Schritte in Richtung "Immer erste Liga" unternimmt.

Viel wird daher von der Psychologie des Trainer Slomka abhängen. In nur einer Woche Vorbereitung hatte er seine Mannschaft stark geredet und aus der total verunsicherten Truppe ein eingeschworenes Team geformt, dass sich so mancher eingefleischter HSV Fan auf der Tribüne verwundert die Augen gerieben hatte. Dazu gehörte auch den unter seinen Vorgängern Thorsten Fink und Bert van Marwijk in Ungnade gefallenen Slobodan Rajkovic und Petr Jiracek wieder eine Perspektive zu bieten. Der dank der beiden ließ nicht lange auf sich warten: Rajkovic spielte bärenstark in der Innenverteidigung und  Jiracek köpfte kurz vor der Pause das wichtige 1:0.

Es kommt nun darauf an, diesen Schwung mit in die nächsten Partien zu nehmen, damit der Sieg gegen Dortmund keine Eintagsfliege bleibt und das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Bundesliga auch nächstes Jahr wieder in der ersten Bundesliga antreten kann. Ein Anfang ist gemacht, der nächste Schritt muss nun aber in Bremen folgen. Werder liegt gerade mal 2 Punkte vor den Hamburgern. Ein Sieg dort wäre wesentlich wertvoller, als die unverhofften Punkte gegen den BVB.

Foto: Kristian Kretschmann
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